Cortisol und Handy: was beim Abschalten messbar passiert
Nach fünf Tagen Facebook-Pause war in einer experimentellen Studie das Stresshormon Cortisol im Speichel messbar niedriger, obwohl die Teilnehmenden sich subjektiv nicht sofort besser fühlten. Der Körper reagiert also früher als das Gefühl. Hier ist, was dahinter steckt, und wo die Grenzen der Studie liegen.
Die Studie
Vanman, Baker und Tobin baten 2018 Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer, fünf Tage auf die Plattform zu verzichten (The Journal of Social Psychology). Ergebnis: niedrigeres Speichel-Cortisol in der Pause-Gruppe. Cortisol ist das zentrale Stresshormon des Körpers, dauerhaft erhöhte Werte sind mit schlechterem Schlaf und schlechterer Regeneration verbunden.
Warum das Gefühl hinterherhinkt
Spannend an der Studie: Das subjektive Wohlbefinden stieg nicht sofort, manche vermissten die Plattform sogar. Wer eine Handy-Pause macht und sich am zweiten Tag unruhig fühlt, bricht also oft genau in dem Moment ab, in dem der Körper schon profitiert. Das spricht für Regeln, die nicht jeden Tag neu verhandelt werden.
Die Grenzen, ehrlich benannt
Die Studie ist klein, die Stichprobe selbstselektiert, und Cortisol schwankt aus vielen Gründen. Wir sagen deshalb bewusst: verbunden mit, nicht verursacht durch. Aber sie passt zu einem größeren Bild: In einer randomisierten Studie (BMC Medicine 2025) verbesserten drei Wochen mit höchstens zwei Stunden Smartphone-Zeit pro Tag Stress, Schlaf und Wohlbefinden.
Was du daraus machen kannst
Du musst nicht fünf Tage verzichten. Ein geschütztes Abendfenster, in dem die lauten Apps zu sind, ist der realistischere Anfang, und genau dafür ist der ctrl key gebaut. Alle Quellen findest du in der Forschungs-Bibliothek.